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Interviews

Agostino Bizzotto

Interview mit Agostino Bizzotto
Geschäftsführer

1. Achtzig Jahre sind ein bedeutender Meilenstein: Was ist das wertvollste Erbe, das Andrea Bizzotto S.p.A. seit 1946 mit sich trägt?

Der geschäftliche Ruf … aufgebaut und bewahrt mit im Laufe der Zeit unveränderten Grundsätzen: Verantwortung, Ehrlichkeit und die Einhaltung der eigenen Verpflichtungen.

2. Gibt es einen Moment oder eine strategische Entscheidung, die Sie als entscheidend für die Entwicklung des Unternehmens betrachten?

Es waren mehrere Entscheidungen, die in gewisser Weise gleichzeitig getroffen wurden. Die Entscheidung, bereits ab den frühen achtziger Jahren die Auslandsmärkte als einzige Beschaffungsquellen zu nutzen, sowie der Aufbau eines Vertriebsnetzes in immer breiteren Märkten. Außerdem die von Anfang an bedeutenden Investitionen in die Informationstechnologie, die als Schlüsselfaktor für Effizienz und Koordination aller Unternehmensaktivitäten betrachtet wurde.

3. Wie hat sich die DNA von Bizzotto im Übergang zwischen den verschiedenen Unternehmergenerationen verändert?

Ich glaube, sie hat sich nicht verändert, sondern wurde vielmehr von einer Generation zur nächsten weitergegeben, wie bei der Übergabe eines „Staffelstabs“.

4. Welche Werte des Gründers bilden noch heute die Grundlage Ihrer Unternehmensführung?

Engagement, Leidenschaft, Ehrlichkeit, Respekt.

5. Wie hat sich die Beziehung des Unternehmens zum Design im Laufe der Jahre entwickelt, von den ersten Produkten bis zu den heutigen?

Unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeit bei den Sortimenten basierte früher auf der Suche nach Neuheiten, Funktionalität und Qualität, verbunden mit einem eigenen Stil und der Aufmerksamkeit für gestalterische Trends. In den letzten Jahren sind Design und der Einsatz neuer Materialien zu unverzichtbaren Elementen in der Produktentwicklung geworden und haben jedes konstruktive und ästhetische Detail im Möbelbereich positiv beeinflusst. Und wir haben uns entsprechend angepasst.

6. Wie geht Ihr Unternehmen mit ökologischer Nachhaltigkeit um und welche Projekte halten Sie für besonders bedeutend?

Wir sind in der Welt der natürlichen, vollständig recycelbaren Materialien entstanden: Weide, Stroh, Bambus, Holz. Vielleicht waren wir – wenn auch unbewusst – Vorreiter eines Ansatzes und einer Sensibilität, die im Laufe der Zeit immer verbreiteter und aktueller geworden sind. Auch heute bestehen die meisten unserer Produkte aus recycelbaren Materialien und werden unter Einhaltung sehr komplexer und strenger Vorschriften hergestellt, die dem Schutz der Umwelt und der Verbraucher dienen. Ein weiterer Bereich, in den wir investiert haben, sind Energiequellen: Photovoltaikanlagen auf all unseren Gebäuden ermöglichen eine nahezu vollständige Unabhängigkeit von fossilen Energien.

7. Wie entwickelt sich Ihre Lieferkette in Bezug auf Transparenz, Materialien, Zertifizierungen und Prozesse?

Seit jeher enthalten unsere Produkte transparente Informationen über die Herkunft der Waren und die verwendeten Materialien, insbesondere wenn diese für Sicherheit und Verwendungszweck entscheidend sind. Produktkonformität sowie Zertifizierungen gemäß europäischen Richtlinien und Verordnungen sowie der italienischen Gesetzgebung werden stets eingehalten und auf den Produktetiketten angegeben. All dies ist das Ergebnis einer sorgfältigen und kontinuierlichen Aktualisierung in Zusammenarbeit mit hochrangigen Institutionen und Experten sowie der Anpassung interner Prozesse, um die Einhaltung der Anforderungen zu überwachen und sicherzustellen.

8. Nachhaltigkeit ist auch kulturell und sozial: Wie interpretieren Sie diesen Aspekt in Ihrer Unternehmensführung?

Für mich bedeutet Nachhaltigkeit, langfristig Wert zu schaffen, indem Menschen und Beziehungen respektiert werden. Das zeigt sich in der Förderung von Chancengleichheit, Inklusion und dem Schutz von Rechten – sowohl innerhalb des Unternehmens als auch im Umgang mit Lieferanten. Ein Unternehmen ist wirklich nachhaltig, wenn es gemeinsam mit den Menschen und Partnern wächst, mit denen es arbeitet, auf der Grundlage von Vertrauen und geteilter Verantwortung.

9. Wie hat sich der Möbelmarkt in den letzten Jahrzehnten verändert und was sind heute die wichtigsten Herausforderungen?

Die schnellen Veränderungen in den Vertriebskanälen – von der Entwicklung von Ketten im Direktvertrieb oder Franchising bis hin zum E-Commerce – haben den traditionellen Handel stark beeinflusst. Dennoch bleibt beim Verbraucher der Bedarf an Service, direkter Kauferfahrung, Beratung und vertrauensvoller Beziehung bestehen: Elemente, die es dem traditionellen Einzelhandel ermöglichen, sofern er sich weiterentwickelt und durch eine moderne und effiziente Lieferkette unterstützt wird, eine relevante Rolle und Marktanteile zu behalten.

10. Welche Rolle spielen Händler und Geschäftspartner für den Erfolg von Bizzotto?

Die Händler haben eine Brücke zwischen uns und den Endkunden dargestellt und werden dies auch weiterhin tun. Die qualifizierte Tätigkeit, die sie für eine angenehme und zufriedenstellende Kauferfahrung leisten können, bleibt ein Mehrwert, den Verbraucher besonders im Möbelbereich suchen.

11. Gibt es internationale Märkte oder Produktsegmente, in die Sie stärker investieren möchten?

Unser Angebot ist breit gefächert und in verschiedene Marken und Segmente unterteilt. Die funktionale und stilistische Vielfalt war schon immer Teil unserer DNA und wird es auch bleiben, um einem nicht vereinheitlichten Publikum Auswahlmöglichkeiten zu bieten, das seine eigene Persönlichkeit ausdrücken möchte. Unser Ziel ist es, diesen Ansatz weiter zu stärken, mehr Ressourcen zu investieren und auch die Entwicklung der Auslandsmärkte konsequent voranzutreiben.

12. Welche unternehmerische Herausforderung hat Sie am meisten geprägt oder verändert?

Die kontinuierliche Herausforderung durch die immer schneller werdenden Veränderungen im wirtschaftlichen und ökologischen Umfeld, in dem ich tätig war.

13. Was würden Sie heute einem jungen Unternehmer raten, der in die Möbelbranche einsteigen möchte?

Eine originelle Idee zu entwickeln, die – in Bezug auf Geschmack und Erwartungen des Publikums – ihren eigenen Platz in einem reifen Markt mit erheblichen Eintrittsbarrieren findet.

14. Wenn Sie die Essenz Ihres Unternehmens in einem Satz beschreiben müssten, wie würde dieser lauten?

Ein kleines Universum von Menschen, die sich von kontinuierlichen Veränderungen und neuen Erwartungen nicht abschrecken lassen und die gemeinsam daran arbeiten, Lösungen zu finden und neue Perspektiven zu eröffnen.

Agostino Bizzotto - Amministratore Delegato Andrea Bizzotto S.p.A.

Andrea Bizzotto

Interview mit Andrea Bizzotto
Head of Product Development

1. Als Teil der Gründerfamilie: Wie interpretieren Sie das empfindliche Gleichgewicht zwischen der historischen DNA des Unternehmens und der Notwendigkeit, das Produktangebot zu innovieren, um auf neue Märkte und Lebensstile zu reagieren?

Seit den Anfängen ist es unserem Unternehmen gelungen, sich im Wettbewerbsumfeld durch kontinuierliche Forschung und Experimentierfreude zu differenzieren. Eine der wichtigsten Anerkennungen aus dem Markt ist, dass wir uns mit den sich wandelnden Stilrichtungen weiterentwickeln konnten, ohne dabei unsere Wiedererkennbarkeit zu verlieren. In unserer DNA ist zweifellos das Gen der Neugier verankert, das uns dazu antreibt, stets über den Tellerrand hinauszublicken und unser Angebot an sich ständig wandelnde Geschmäcker anzupassen.

2. Was werden Ihrer Meinung nach die zentralen Pfeiler der Produktstrategie des Unternehmens in den nächsten 3–5 Jahren im Indoor- und Outdoor-Bereich sein? Gibt es Kategorien oder Konzepte, auf die Sie sich besonders konzentrieren möchten?

Auf strategischer Ebene steht die Entwicklung von Sortimenten für den Contract- und professionellen Einsatz an erster Stelle unserer Prioritäten, sowohl im Outdoor- als auch im Indoor-Bereich. Ohne zu vergessen, dass wir auch ein Unternehmen für Wohnaccessoires und Dekoration sind, besteht unsere Strategie darin, für jede unserer Marken ein übergreifendes und abgestimmtes Angebot zu schaffen, das sowohl im Showroom als auch in den Wohnungen unserer Kunden Emotionen weckt.

3. Wie würden Sie heute die Identität des Unternehmens beschreiben und welche Elemente sind für seine Positionierung – auch in einem sich ständig wandelnden Möbelmarkt – nicht verhandelbar?

Unser Angebot als Gruppe erstreckt sich über zahlreiche Kategorien und Marken, jede mit ihrer eigenen Positionierung und ihrem eigenen Wertversprechen. Wenn ich ein nicht verhandelbares Element für die Marke Bizzotto benennen müsste, würde ich das Verhältnis von Qualität, Design und Preis nennen, während für unsere Marke homemotion der emotionale Aspekt und die Einzigartigkeit im Mittelpunkt stehen. Unsere Produkte sollen positive Wohngefühle vermitteln und Räume schaffen, in denen man sich wohlfühlt.

4. Inwiefern beeinflussen Themen wie Nachhaltigkeit, Materialqualität und soziale Verantwortung Ihre Produktentscheidungen, und wie wollen Sie diese in einen klaren Mehrwert für den Endkunden übersetzen?

Für uns bedeutet Nachhaltigkeit vor allem Langlebigkeit der Produkte und die Qualität der Materialien von Anfang an, die innerhalb streng kontrollierter Lieferketten sowohl im Holzbereich als auch bei Metall- und Textilverarbeitung ausgewählt werden. Dies führt zu einem klar wahrgenommenen Mehrwert für den Kunden, der zunehmend über Standards informiert ist und konkrete Produktsustainability sucht. Was die soziale Verantwortung betrifft, so arbeiten wir mit zahlreichen internationalen Partnern zusammen, und die Gewissheit, mit Lieferanten zu kooperieren, die optimale Arbeitsbedingungen gewährleisten, wird durch Besuche und Audits sichergestellt, die wir direkt in allen Produktionsstätten durchführen, mit denen wir zusammenarbeiten.

5. Wie verändert sich die Produktentwicklung im Unternehmen und welche Kompetenzen halten Sie heute für unverzichtbar, um eine Möbelmarke in einem zunehmend wettbewerbsintensiven und internationalen Markt zu führen?

Ein Trend, den ich immer deutlicher sehe, ist die zunehmende Verschmelzung verschiedener Branchen: Mode, Gastgewerbe, Kunst und Möbel. Interior Design ist dabei das Mittel – das Ziel ist es, Menschen willkommen zu heißen und positive Gefühle zu erzeugen. Ich bin überzeugt, dass man heute, um ein erfolgreiches Sortiment aufzubauen, aufmerksam zuhören und den eigenen Interessenshorizont erweitern muss, um möglichst viele Bereiche einzubeziehen und das eigene Angebot nicht isoliert, sondern als Teil eines äußerst facettenreichen Kontextes zu betrachten. Dafür ist es notwendig, vielfältige Interessen zu pflegen, sich dem Neuen und Anderen zu öffnen und anschließend die Fähigkeit zur Synthese zu besitzen, um all dies in ein überzeugendes Wertangebot zu übersetzen.

Andrea e Alessandro Bizzotto

Alessandro Bizzotto

Interview mit Alessandro Bizzotto
Business Development Manager

1. Wie interpretieren Sie die Kontinuität der historischen Unternehmenswerte innerhalb einer Vertriebsstrategie, die sich heute mit deutlich komplexeren und internationaleren Märkten und Kunden auseinandersetzen muss?

Ich glaube, dass die historischen Werte des Unternehmens heute äußerst aktuell sind und sich gut in unsere Vertriebsstrategie integrieren lassen. Neben der Leidenschaft für zugängliches Design und der Offenheit gegenüber der Welt, die zentrale Werte unserer Identität darstellen, ist es vor allem die kontinuierliche Suche – nicht nur nach Produkten, sondern auch nach modernen Instrumenten, effizienteren Vertriebsansätzen und Lösungen zur Verbesserung der Performance unserer Partner –, die ein Schlüsselelement unseres Wertversprechens darstellt.

2. Was sind die strategischen Prioritäten für die Geschäftsentwicklung, sowohl auf dem italienischen Markt als auch international? Gibt es geografische Regionen oder Kanäle, in die Sie verstärkt investieren möchten?

Die strategischen Prioritäten für die Geschäftsentwicklung in all unseren Produktbereichen sind im Wesentlichen zwei: die Stärkung der Markenbekanntheit und die kohärente Organisation der Distribution im Markt, wobei wir uns vom klassischen Verhältnis „Lieferant–Kunde“ hin zu echten Partnerschaften mit unseren Vertriebspartnern entwickeln. In Bezug auf geografische Märkte halte ich es für vorrangig, unsere Präsenz in den europäischen Märkten, in denen wir bereits stark vertreten sind, zu festigen und auszubauen, während wir gleichzeitig einen offenen Blick auf globale Chancen bewahren.

3. Welche wesentlichen Umsatz- und Margenziele haben Sie sich für die nächsten 3–5 Jahre gesetzt, und welche vertrieblichen Hebel halten Sie für entscheidend, um diese zu erreichen?

In den kommenden 3–5 Jahren ist es unser Ziel, in all unseren Produktbereichen nachhaltig und deutlich zu wachsen. Unabhängig von Faktoren wie einem aktuellen und vollständigen Sortiment, wettbewerbsfähigen Konditionen und einem exzellenten Serviceniveau – die heute eher als Grundvoraussetzungen denn als echte Wettbewerbsvorteile gelten – sehe ich die entscheidenden Faktoren in Klarheit und Konsistenz. Klarheit im Sinne der Fähigkeit, unseren Vertriebspartnern transparent zu vermitteln, „wohin“ wir gemeinsam gehen wollen, und Konsistenz als täglicher Beweis dafür, dass das Unternehmen konsequent den eingeschlagenen Weg verfolgt.

4. Welche Investitionen halten Sie für prioritär für die Weiterentwicklung der Vertriebsfunktion (Menschen, digitale Tools, CRM, Schulung), und welchen wirtschaftlichen Nutzen erwarten Sie sich davon?

Die Vertriebsfunktion ist die Brücke zwischen Unternehmen und Markt und basiert in erster Linie auf Menschen und Beziehungen und erst danach auf unterstützenden Instrumenten. Daher halte ich Investitionen in Menschen – von der Auswahl bis hin zu einer umfassenden und kontinuierlichen Weiterbildung – für entscheidend. Ebenso wichtig sind Investitionen in unterstützende, insbesondere digitale Werkzeuge, die Prozesse beschleunigen, die Qualität der vermittelten Inhalte steigern und die Arbeit unserer Partner im Markt vereinfachen.

5. Wie möchten Sie aus Managementsicht das Vertriebsteam in Italien und international weiterentwickeln, und welchen persönlichen Einfluss möchten Sie auf die Arbeitsweise, Verhandlungsführung und den Aufbau langfristiger Kundenbeziehungen nehmen?

Da wir unterschiedliche Produktkategorien abdecken, haben wir vor zwei Jahren begonnen, unsere Vertriebsteams sowohl in Italien als auch international nach Produktbereichen zu strukturieren, um Kompetenzen zu spezialisieren und den täglichen Fokus aller Beteiligten gezielter auszurichten. Auf persönlicher Ebene ist es mir wichtig, auf allen Ebenen die Bedeutung von „Transparenz“ in den Beziehungen zu vermitteln. Wie bereits erwähnt, entwickeln wir uns vom klassischen Verhältnis „Lieferant–Kunde“ hin zu echten Partnerschaften, und in diesem Prozess sind Ehrlichkeit und Klarheit aus meiner Sicht die entscheidenden Voraussetzungen für stabile und langfristige Beziehungen.